18.05.08: Woche drei, schon voll dabei
Ja, wir haben uns schnell eingelebt hier. Wo’s zu tun gibt, pack ich schon voll mit an. Allerdings stelle ich fest, dass alles, was ich anpacke zum Grossprojekt ausartet. Zum Beispiel in der Wohnung in der Balcescu war die Küche viel zu gross für eine Ferienwohnung. Ich wollte dann nur ein paar Einbauschränke entfernen und habe inzwischen die Küche fast vollständig umgebaut. Der Abzug hatte gar keinen Kaminanschluss und beim Backofen war das Kabel behelfsmässig verlängert worden. Ich hab den Backofen umstellen müssen, damit die Klappe überhaupt anständig geöffnet werden konnte und habe das Kabel wieder gekürzt. Dabei stiess ich bei der Steckerdemontage auf haarsträubende Zustände: Nuller und Phase waren beim Abisolieren der äusseren Isolation beide bis auf die Innenleiter verletzt worden! Naja, es hat ja funktioniert…Ein anderes Beispiel: Ich habe im Restaurant MAX nur die Pflanzen giessen wollen -wir leiden schon fast 30°C bei hoher Luftfeuchte- und habe inzwischen einen Schlauchabroller gekauft und den Schlauch bis zum Abroller neu verlegt. Der alte Schlauch war so lang und unhantlich, dass der Garten nur ab und an mit einem Krug Wasser versorgt wurde. Deren Beispiele hätte ich nun noch viele. Vom letzten Samstag bis am Dienstag hatten wir unsere ersten Besucher aus der Schweiz zu Gast. Barbara und Paul gefiel es sehr. Wie den meisten Turisten fielen auch ihnen die spannenden Gegensätze auf. Ich ging mit ihnen am Samstag abend zur zweiten Wohnung von Gian Franco. Weil ich allerdings noch nie da war, war es -ein weiteres Beispiel- ein ziemliches Projekt: Ich wusste nicht genau welche Tür und Türen sind hierzulande grundsätzlich nicht oder falsch angeschrieben. Also habe ich bei der “wahrscheinlichsten” Tür mein Glück versucht und der Schlüssel passte. Allerdings konnte ich ohne Erfolg ewig drehen. Ich ging jemanden vom Haus holen. Zurück bei der selben Tür lernte ich, dass ein Schlüssel in der richtigen Tiefe gedreht werden muss. Ich hatte also den Schlüsselbart wahrscheinlich hinten rausgeschoben und dann gedreht. Ansonsten bin ich mit den Vorbereitungen des EM-Events beschäftigt: Meine ersten Tests mit unserem Beamer ergaben eine Bildgrösse von 2×2.7m. Corel besorgt uns die Leinwand, d.h. eine Lastwagenplane (Improvisation ist die grösste Stärke der Rumänen!) und Horatiu eine Empfangsschüssel damit wir die Übertragung deutsch bringen können. Ich habe mit dem offiziellen Werbeplakat von Schweiztourismus für Rumänien einen Flyer erstellt und er wird nun zwecks Initialwerbung gedruckt. Wenn das mit der EM-Übertragung klappt machen wir unter dem Label “CinéMAX” im Sommer Themenabende mit Film.