6.Decembrie: Mos Nicolae
Erinnert ihr euch noch an die Bilder der Zigeunerfamilie von Vurpar? Im Eintrag vom 10. November könnt ihr die Mama und Kinder vor ihrem 5x5m-Häuschen nochmal anschauen.
Schon am frühen Morgen des Nikolaustages wollte ich zu den Kindern raus, die inzwischen entwickelten Photos und ein paar Mandarinen und Nüsse zu bringen. Es hatte schon einduckeln zu begonnen als ich mit Verena loszog. Noch schnell ein paar Schleckerein gekauft und ab Richtung Harbachtal. Unterwegs wird ein Feld niedergebrannt, das ist hier ein üblicher Vorgang. Der dunkle Abendhimmel färbt sich rötlich, die Flammen beugen sich im Wind. Endlich das schmale, ungeteerte Gässchen mit seinen beidseitig angelegten Sachsenhäuschen. Die Häuschenreihe lüftet sich, ein letztes grösseres Haus, dann zwei Häuschen, kaum grösser als ein Gartenhaus. Kinder spielen, ein junges Hündchen bellt eine grosse Katze an. Grosse Kinderaugen gucken hinter den Häuschen hervor. Wer da wohl kommen mag? Mos Nicolae, der St. Nikolaus! Die Mama erkennt uns wie Verena etwas von Photos zu erklären beginnt. Wir gehen ans Licht, ein kleines Lämpchen über dem Eingang der bescheidenen Behausung, und zeigen die Bilder. Freude herrscht, aber die Kinder haben längst die Kiste mit Kaugummi, Kuchen, Mandarinen und Nüssen mit ihren glänzenden Augen fixiert. Wir übergeben die Überraschung und die Familie verschwindet nach einer ausgiebigen aber schnellen Bedankung ins Häuschen. Die haben wohl Apetit gekriegt auf die “Spezialitäten”. Wir werden nicht mehr gebraucht und machen uns mit der Gewissheit Freude bereitet zu haben auf den Heimweg. So macht schenken Spass!