30. Mai: Catalin Dorian Florescu

Lieber Catalin,

ganz herzlichen Dank für den kleinen Einblick in dein Leben, deine Ansichten, deine Leiden und dein Werk. Im Erasmuskaffe hast du dein Publikum verzaubert, hast den Bogen von Zürich nach Temeschwar gespannt, so wie Verena und ich ihn von Thun nach Hermannstadt zu spannen versuchen. Hast von der Verwässerung der Kulturen in einer globalisierten Welt gesprochen und von der Sprache als eines der letzten Identifikationsmittel einer Kultur. Hast von Rumänien als Quelle deiner Muse geschwärmt und dabei gedanklich ins heimische, sichere Zürich geblickt. Dazu neigen Verena und ich gelegentlich auch: das komplizierte, lebendigedie, kreative, improvisierte Rumänien zu loben um uns am ende eines strapazenreichen Tages nach der ruhigen, geordneten Schweiz zu sehnen.  Ich hab sie alle gelesen und werd es wieder tun. In Thun lagen sie in der städtischen Bibliothek auf, hier werd ich sie mir kaufen. Gute Bücher sollte man jederzeit im Regal stehen haben, ein Regentag, eine Grippe…Es hat mich ausserordentlich gefreut, dich persönlich kennen zu lernen. Du bist kein lebensfremder Romanerfinder, dein Leben und dein Los haben dich geprägt. Darum gelingt es dir wahrscheinlich so trefflich, deine Leser so nah ans geschehen zu führen. Mit kurzen prägnanten Sätzen gleich sicheren Pinselzügen malst du Landschaften und Figuren, die sind und leben. Skizzierst Ereignisse, die haben stattfinden müssen. Und so trittst du auch auf: Absolut authentisch, ehrlich mit dir und deinem Leser. Vielen Dank und viel Erfolg!

This entry was posted on Sonntag, Mai 31st, 2009 at 1:03 pm and is filed under Abschied, Highlights. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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