6.11.08: Goethes Faust im Radu stanca Theater
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Auszug aus der Rezension im Kölner Stadtanzeiger – anlässlich der Premiere in Köln Bonner Theaterwandel gibt Goethes „Faust“ in Köln. |
- Rezension in der Hessen Rundschau vom 02.03.2008 - Was Menschen treibt und quält Kassel. Die Bühne liegt im Dunkeln. Nur auf den Körper einer in Weiß gekleideten jungen Frau fällt etwas Licht. Auf den Knien betet Gretchen im Kerker. Zwei Lichtschienen gleiten von ihrem Rücken über den Bühnenboden zu der Leinwand im Hintergrund und schattieren die gepeinigte Kreatur kurz vor ihrem Tod. So eindrucksvoll wie das Ende der Inszenierung “Faust I -verbinde dich!”-, die am Freitag im Kulturzentrum Kassel die Besucher berührte, war das ganze Stück. Gibt es einen Weg, der uns vorbestimmt ist? Zieht Gott die Fäden, oder ist es die Natur des Menschen, die ihn treibt und quält, Erfüllung zu finden. Welche Wege führen zum Ziel und welche in die Katastrophe? Aktualität des Faust Das Ensemble “Theaterwandel”, ist ein Schauspielprojekt, in dem sich Künstler verschiedener deutscher Ensembles zusammenfinden, vermochte vielseitige Einblicke in das Faust-Thema zu geben. Die Aktualität dieser Tragödie eines Mannes, der auf dem Höhepunkt seines Erfolges als Mediziner, Philosoph und Theologe verzweifelt die Leere seiner Existenz empfindet, der die Fähigkeit, Liebe zu geben und zu empfangen, verloren hat und einen Pakt mit dem Teufel eingeht, ist ungebrochen. Die Inszenierung vermochte das auf eindringliche Weise darzustellen. Großartig, mit wie wenig Mitteln das gelang. Drei Kastenelemente dienten als Möbel, Licht und Schatten sorgten für eindringliche und suggestive Atmosphäre. So bohrten sich Sprache und Bilder ins Bewusstsein der Besucher. Außergewöhnlich gut waren die Schauspieler, allen voran Alexander Stirnberg als animalischer, verführender, schleimender, menschenverachtender Spötter Mephisto und Armin Riahi als gequälter, rastloser und tragischer Faust. Langer und lautstarker Applaus. |
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Teuflisch gut auf Goethes Spuren Ensemble Theaterwandel zeigt Faust I in Siegburg Diese “Faust”-Inszenierung ist ebenso einfach wie beeindruckend. 140 Minuten Goethe pur liefert das Ensemble “Theaterwandel” in einem einzigen Feuerwerk. Regisseur Raphael T. Musiol nähert sich dem viel gespielten Stoff mit Respekt und versetzt das Stück auf eine zeitlos-aktuelle Ebene. Sorgfältig ausgewählt ist das durchweg junge Ensemble: Faust heißt die Tragödie, aber der eigentliche Star ist hier der stets präsente Teufel. Das hat Musiol klar erkannt und ebenso klar umgesetzt. Sein Mephistopheles, Alexander Stirnberg ist einfach teuflisch gut. So gnadenlos gemein und intrigant, so bar jeden Mitleids mit seinen Opfern, dass es den Zuschauer friert und zugleich von einer tollkühnen Frivolität. Goethe hätte seinen Spaß gehabt. Auch an Marc Brinkmann, der als Faust seinem teuflischen Verführer an Spielkunst um nichts nachsteht. Jede Facette dieser schwierigen, vielschichtigen Figur wirkte überzeugend. Eine besondere Augen- und Ohrenweide war die ungebremste Spielfreude von Dörte Becher als leidenschaftlich-lüsterne Frau Marthe und der Schüler, herrlich naiv gespielt von Michael Lourenco. Was dann in der Kerkerszene über das Publikum hereinbrach, war ein hervorragend gespieltes Wechselbad der Emotionen, überwältigend mit Pia de Buhr, als Margarete. Das Publikum belohnte die reifen Leistungen mit begeistertem Applaus. Rhein Sieg Anzeiger, Mittwoch 31. Januar 2007. |
“Die Konzentration ist immer wieder zurückgekehrt” Theaterpädagogisches Projekt mit Goethes “Faust” an der Bertholt-Brecht Schule Tannenbusch. Kultur als Kernkompetenz: Dieser Gedanke steht hinter dem Schauspielprojekt Theaterwandel, das jetzt zu Besuch in der Bertolt-Brecht Schule war. Mit der Vorstellung von “Faust I – der Tragödie erster Teil” und der anschließenden Diskussion endete die theaterpädagogische Arbeit des Ensembles mit Kursen der Oberstufe. In einem Workshop mit Theaterpädagogen und im Deutsch-Unterricht hatten sich Schüler der Gesamtschule mit Goethes Werk auseinandergesetzt. …Der Initiator und Dramaturg Raphael T. Musiol wertete die Vorstellung als Erfolg: “Auch bei diesem anspruchsvollen Stoff ist die Konzentration immer wieder zurückgekehrt”. Die theaterpädagogische Initiative, die sich aus Künstlern mehrerer deutscher Ensembles zusammensetzt, hat sich zum Ziel gesetzt, junge Menschen über das Theatergespräch aufzufordern, sich mit eigenen Lebensentwürfen auseinanderzusetzen. Einzelne Szenen wurden in der Vorbereitung besprochen und nachgespielt. Eine Evaluation im Rahmen eines Forschungsprojektes soll nun im Nachfeld klären, wie sich Goethes reichhaltiger Stoff jungen Menschen erschließt. Das Theaterensemble, das das Projekt “Faust I – Klassiker für junge Menschen” sämtlichen Schulen in der Region anbietet und allein 20 Aufführungen im ersten Quartal 2007 gibt, gastiert am Freitag, 23. Februar, in der Gesamtschule Bad Godesberg, Hindenburgallee 50. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr. Generalanzeiger, Mittwoch 14. Januar 2007 |