Kleine Rumänienreise

Wir erwecken langsam den Eindruck nur noch herumzureisen. Naja, wir hatten ja auch imense Präsenzzeiten im letzten Jahr, die Reise durchs Land sei uns noch ein wenig gegönnt… Immerhin hatten wir noch eine Hausinspektion mit Max. Er war sehr zufrieden und wirkte erleichtert darüber, dass der kostspielige Betrieb einstweilen eingestellt wurde. Die letzten Interessierten drücken sich hie und da noch vor der Eingangstür, die bleibt aber zuwider allen Stadtgerüchten auf weiteres geschlossen. Nun denn, nach dem Besuch von Max haben wir uns auf den Weg in die Apuseni-Berge im Nordwesten des Landes gemach. Die Gegend dort ist von Landwirtschaft, Bauholzgewinnung und Tourismus geprägt, nur ein kanadisches Goldmineprojekt macht Furore. Der Goldabbau sollte schnelles geld bringen, würde aber der Natur grossen Schaden zufügen wegen den giftigen Auswaschschlacken. In der kleinen Pension Iara haben wir wunderbar genächtigt und gespiesen. Eine kleine Wanderung durch die Umgebung hat uns ein weiteres Gesicht von Rumänien entdecken lassen. Der nächste Tag brachte uns über eine mühsame Route voller Schlaglöcher ins Sathmarer Land nach Beltiug/Bildegg, wo wir beim Weinbau Nachbil noch ein paar Flaschen Qualitätswein zurückgeben durften. Am dritten Tag fuhren wir über die Pässe Tihuta und Mestecanis in die Bucovina, eine Route, die wir vor genau zwei per Fahrrad und Busbestritten hatten. Bemerkenswert waren die Veränderungen, die sich in dieser kurzen zeit vollzogen haben. Die Passtrassen waren damals im Bau, jetzt sind sie so breit und sauber ausgebaut, dass drei 40-Tönner problemlos kreuzen können. Die Bucovina ist bekannt für ihre wunderbar erhaltenen Kirchen und Kirchengemälde aber auch die Weite des Landes ist eindrücklich. In Campulung Moldovenesc können wir die Pension Villa Roma, die im Moment noch in der Fertigstellung steht, sehr empfehlen. Die ersten 20km des nächsten Tages wären mit dem Dacia kaum bezwingbar gewesen ohne die Gruppe Jugendlicher, die uns ein bisschen angestossen hat. Die Strasse wäre eigentlich auch gesperrt gewesen. Nach dem Aussichtspunkt Rarau gings ins Bistriztal, das in den Stausee “Lacul Izvorul Muntelui” mündet. Der See hat uns nicht so beeindruckt und wir sind noch weitergefahren gegen den Roten See/Lacul Rosu. Die Strasse führt zuerst durch eine tiefe Schluch, dann am See vorbei. Aus dem See ragen Tannenspitzen, ein Wanderweg führt um das kleine Naturereignis. Ein abgesperrter Teil des Sees ist überfüllt von Ruderbötchen. Wie dieser Rudertümpel ist die ganze kleine Hochebene überfüllt von Inlandturisten. Wir sind weitergezogen, vielleicht auch weil ein schwarzes Wolkenband eine bedrückende Stimmung über die kleine Feriengegend legte. Die nächste Gegend heisst Harghita. In einem offenen Tal umgeben von Bergen haben wir im Ort Borzont viele schön hergerichtete Pensionen gefunden. Im Restaurant “Basa Fogado” mit 110 jähriger Tradition haben wir festgestellt, dass wir uns in einem konsequent ungarisch sprechenden Teil Rumäniens befinden. Dass wir keine Rumänen sind, hat die Bedienung schnell gemerkt und uns deutsche Speisekarten gebracht. Das Essen war sehr gut die Gaststube ist wunderschön, ein Abstecher allemal wert. Am nächsten Tag sollte es wieder nach Hermannstadt gehen. Weil uns die Rückkehr noch gar nicht so anmachte haben wir in Praid das Salzbergwerk besucht. In Erwartung einer kurzen Führung mit mechanisch runtergespulten Erklärungen zum Salzabbau wurden wir unglaublich überrascht. Vom Salzabbau hab ich nicht viel gelernt, soviel will ich verraten… In Corund ist ein Turistenmarkt mit qualitativ hochstehenden Produkten aus rumänischem Handwerk. Wir haben uns mit Tepichen, Wolldecken und Kindergeschenken eingedeckt bevor wir die letzten Kilometer nach Hause in Angriff genommen haben. Schön war die Reise, nur viel zu kurz.  Rumänien ist unglaublich vielseitig. Wer das Land erkunden möchte sollte sich 2-3 Wochen Zeit nehmen. Ein seriöser Reiseveranstalter -auch für Individualreisende- vor Ort sind Cristi und Iuliana mit ihrer Kleinfirma Reky-Travel.

This entry was posted on Sonntag, September 13th, 2009 at 10:31 am and is filed under Romania. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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